Dienstag, 16. Januar 2018

15 Jahre BAVARIA - was haben wir mit den einzelnen Übernahmen verdient?

Mit unseren zwei besten Transaktionen K+S und Tristone haben wir rund EUR 350 Mio. verdient, mit weiteren elf haben wir jeweils im Durchschnitt rund EUR 10 Mio. netto eingenommen, wenn man den geschätzten Wert von drei bisher nicht veräußerter Gesellschaften hinzurechnet. Insgesamt hatten wir zwei Verlustbringer aus den Bereichen Automotive und Anlagenbau mit denen wir ca. EUR 15 Mio. verloren haben. Die weiteren 20 Übernahmen deckten nur die Kosten unserer Holding ab und waren damit mehr oder weniger Geldtauschgeschäfte. Diese Verteilung gleicht dem Venture Capital Geschäft, wo ein "Homerun", viele Abschreibungen oder Geringverdiener ausgleichen muß. 
Unsere erfolgreichen Übernahmen stammen überwiegend aus den Branchen Anlagenbau und Automotive. Unsere Ausflügen in den Einzelhandel (Küchenmöbel und Mode), Verpackungen, Auftragsfertigung (Telekom, Pharma) waren nicht vom Erfolg gekrönt. Wahrscheinlich bestimmen unsere Erfolge auch unser Investitionsverhalten: wir sind mutiger, wenn wir in einer Branche gute Erfahrungen machten. Allerdings spielt der Zufall sicherlich wohl auch eine Rolle.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Wie Denkhilfen das Leben erleichtern...

Wir sind genetisch dazu programmiert, uns Sorgen zu machen. Alle unsere Vorfahren, die sich in der Vergangenheit keine Sorgen gemacht haben, sind aus dem Genpool verschwunden. Ein Menschenleben dient nur dazu, Gene zu übertragen - glücklich sein,  ist nicht wichtig zum Überleben! Heute gibt es objektiv eigentlich keine Gefahren mehr, trotzdem nimmt die Sorge um belanglose Dinge für uns den gleichen Raum ein, wie früher die existentiellen Probleme. Jeden Tag sorgen wir uns über drei Dinge, die wir nach zwei Tagen komplett vergessen haben, dafür sind drei andere Sachen an deren Stelle gerückt. Es hilft, für jedes auftauchende Problem eine finanzielle "Rückstellung" zu bilden. Dazu sich jeden Tag wie die Stoiker vorzustellen, dass alles viel schlimmer sein könnte und das wir bald sowie so alle tot sein werden...
Die Erkenntnis, dass das Leben ungerecht ist, schützt vor Enttäuschungen, sollte aber nicht von der Verpflichtung entbinden, selber möglichst gerecht zu handeln. Aber die Erwartung, dass es immer gerecht zugeht, verdammt einem zum Unglücklichsein!
Die Vorstellung einer "Eskalationsleiter" dient dazu, nicht gleich im Affekt mit dem Schlimmsten zu drohen, wenn man auf Probleme stößt oder böse Emails erhält. Stattdessen sollte man die Sache schrittweise eskalieren, statt gleich mit einem Rechtsstreit zu drohen. So lässt sich z.B. eine völlig überzogene Rechnung unter Umständen mit der Bitte um die Dokumentation der erbrachten Leistungen aus der Welt räumen. 
Zu schwierig zu beurteilen - dies Urteil gilt für die meisten Investitionsvorhaben und ist sehr nützlich, um die eigene Zeit sinnvoll zu verwalten. So sollte man sich in der Analyse auf Dinge konzentrieren, die man wirklich verstehen kann. Die meisten Aktien, z.B. fast alle Immobilien- oder Pharmatitel oder die meisten Industriekonzerne fallen für uns in diese Schublade "zu schwierig".
Das Problem der "Verankerung" vermeiden: Aktienkurse oder Wertvorstellungen von Verkäufern sollte man erst zur Kenntnis nehmen, nachdem man sich ein eigenes Werturteil gebildet hat. Sonst orientiert man sich am falschen Maßstab. Auch sollte man sich beim jedem Investment vorrangig mit dem Downside beschäftigen, sonst richtet sich der eigene Analysefokus nur auf die Upsides. Verbringt man die ganze Zeit damit, sich nur fortzustellen, was gut laufen kann, fallen einem zum Schluß zu den Risiken nur noch Floskeln ein.

Was waren unsere größten Wertpapierpositionen in 2017 und wie haben wir damit abgeschnitten?

Auch in 2017 übertraf die Wertentwicklung unseres Wertpapierportfolios den DAX, unser Benchmark. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtige...